Statements

Vielfalt zeichnet uns aus!
Diese Vielfalt an Theaterformen, Altersgruppen, Regionen, Dialekten, Herkunft, Erzählformen und vielem mehr möchten wir sichtbar machen: bei unserem Jubiläumsfest in Berlin, wo der Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) – 1892 als „Verband der Privat-Theater-Vereine Deutschlands“ gegründet – seinen Ursprung hat. Ich lade alle Theaterbegeisterten herzlich ein zum Start in die Jubiläumszeit am 12. Mai 2017 auf die Zitadelle Spandau und zu 125 weiteren lebendigen, spannenden Theatertagen. Bundesweit an vielen Orten werden unsere Mitgliedsverbände und -bühnen verschiedenste Performanceformate vorstellen und zu Festivals, Fortbildungen und Podiumsdiskussionen einladen. Ich bedanke mich insbesondere bei allen, die mit ihrem großartigen ehrenamtlichen Engagement unseren traditionsreichen Verband, unsere Theaterkultur und damit auch unsere Gesellschaft mitgestalten!
Simon Isser, Präsident
Bund Deutscher Amateurtheater e.V.

 

Foto: Christof Rieken

Es spricht Bände, dass es ein solch großes Bedürfnis in Deutschland gibt, Theater zu spielen und das über viele Generationen hinweg. Der BDAT ist der beste Beweis, wie wichtig Theater spielen für den Einzelnen, für das Publikum, aber auch für die Gesellschaft als Ganzes ist.
Monika Grütters, Kulturstaatsministerin
Schirmherrin der Veranstaltung

 


 

Foto: Laurence Chaperon

Europa braucht Theater. „Faire du théâtre, c’est se mettre à l’écoute du monde“, sagte einmal der französische Schriftsteller Stendhal. Übersetzt heißt das so viel wie „Theater zu machen, ist der Welt zuzuhören“. Gerade in Zeiten, in denen man den Eindruck hat, dass sich die Welt immer weniger zuhört, ist die Rolle des Theaters und des Schauspiels ein wichtig, um den Zusammenhalt und den Gemeinschaftssinn innerhalb Europas zu stärken. Warum? Gemeinsam über nationale Grenzen hinaus Theater zu machen, heißt, zusammen kreativ zu sein, Ideen auszutauschen, über sich zu lachen und voneinander zu lernen. Auf spielerische Art und Weise werden so kulturbedingte Stereotypen und Clichés in Frage gestellt. Dieser Perspektivenwechsel ist gerade für Kinder und Jugendliche wichtig, die sich in einem zunehmend internationalen und von interkulturellen Unterschieden geprägten Umfeld bewegen. Der Bund Deutscher Amateurtheater nimmt also mit seinen grenzüberschreitenden Projekten eine wichtige Position ein, wenn es um interkulturelle Lernprozesse im Rahmen der deutsch-französischen Jugendarbeit geht. So begeistert der BDAT zum Beispiel zusammen mit seinem französischen Partner Fédération Nationale des Compagnies de Théâtre Amateur (FNCTA) im Rahmen des Programms „InterCultour“ junge Menschen für Theater und Slamkultur in deutscher und französischer Sprache. Das DFJW gratuliert dem BDAT zum 125-jährigen Bestehen und freut sich auf weiterhin „viel Theater“ für die europäische Idee!
Frau Béatrice Angrand, Generalsekretärin des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW)

Foto: Björn Stork

Der Bund Deutscher Amateur Theater feiert sein 125stes Jubiläum. Wie viele aufregende Momente , welch hohes Lampenfieber zu den unzähligen Premieren des Amateurtheaters oder was für große Biografien in den Darstellenden Künsten in dieser Zeit durch das Theater von und mit Amateuren entstanden sind, lässt sich nicht bemessen. Eine großartige Arbeit der vielen engagierten MitgliederInnen und AkteurInnen steht hinter alldem. Der Fonds Darstellende Künste ist froh und dankbar, dass der BDAT sich von Beginn an auch für die Freien Darstellenden Künste und deren Förderung und Entwicklung in der Bundesrepublik eingesetzt hat. Wir gratulieren herzlichst und sind sicher, dass der BDAT und das Amateurtheater auch die kommenden 125 Jahre einen festen Platz in der Bundesdeutschen Theaterlandschaft haben werden.
Holger Bergmann,  Geschäftsführer des Fonds Darstellende Künste

Amateurtheater – die älteste und bedeutendste Theaterform der Welt:  Bei allem, worüber wir im professionellen Theater staunen, sollten wir eines nicht vergessen: Alle haben mal klein angefangen. Und auch heute noch haben viele Gesellschaften nicht die Möglichkeit, ein professionelles Theater zu installieren. Dennoch sind in so gut wie allen Gesellschaftsformen theatrale Formen zu finden. In diesem Sinne ist das Amateurtheater die älteste und die am weitesten verbreitete Theaterform der Welt. Und zudem gilt: Die Sozialisierung mit dem Theater erfolgt bei den meisten nicht über das rein professionelle und institutionalisierte Theater, sondern über kleine Formen wie das Puppentheater oder Märchen. Daher kann man völlig zurecht sagen: Ohne Amateurtheater gäbe es kein professionelles Theater.
Alexander Börger, Landesvorsitzender des Amateurtheaterverbandes Niedersachsen e.V.

Foto: Jörg Sobeck
Foto: Jörg Sobeck

Mit seinen 2.400 Mitgliedsbühnen realisiert der Bund Deutscher Amateurtheater ein einzigartiges generationenübergreifendes Theaternetzwerk, das Kindern und Jugendlichen an ihren Lebensorten Bühnen bietet, auf denen sie ihre eigenen Sichtweisen entwickeln und ihre Positionen vertreten können.
Sei es im ländlichen Raum oder in den Ballungszentren – die Mitgliedsbühnen des BDAT stellen bundesweit mit ihren Festivals und Produktionen klar: Sichtweisen, Ausdrucksformen und Meinungen junger Menschen sind für die Gestaltung unserer Gesellschaft unverzichtbar!
Gerade in Zeiten, in denen populistische Bewegungen Grundpfeiler der demokratischen Gesellschaftsordnung offen in Frage stellen, ist das bürgerschaftliche Engagement der Generationen im BDAT für kulturelle Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt von besonderer Bedeutung. Das macht der Aufruf des BDAT für „eine Bühne der Menschlichkeit“ besonders deutlich.
Wir gratulieren dem BDAT im Namen des BKJ-Vorstands und der BKJ-Geschäftsstellen sehr herzlich zu seinem Jubiläum!
Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V.
Prof. Dr. Gerd Taube, Vorsitzender BKJ
Tom Braun, Geschäftsführer BKJ

125 Jahre kreativer Freigeist, Freundschaft, Lampenfieber, sich hebende und fallende Vorhänge, unbemerkte Pannen und donnernder Applaus. Denke ich an das Amateurtheater, huscht mir automatisch ein Lächeln über die Lippen. Es kribbelt in der Magengegend. Das Amateurtheater verbindet Schönheit mit Spannung, Perfektion mit Improvisation, Bekanntes mit Unbekanntem. Das Amateurtheater ist eine Bühne mit Herz, mit Leidenschaft, mit Können. Das liegt an den Menschen, die diese bespielen. Ehrenamtliche, Engagierte, junge und alte Kreativgeister. Auf der Amateurbühne bekommt jeder seine Chance. Sogar ich durfte mich vor langer Zeit in der Rolle einer Schneeflocke ausprobieren. Diese Offenheit verleiht ihr einen starken Charakter. Ich danke allen Amateurtheatern und dem Bund Deutscher Amateur Theater für 125 Jahre bunte und spannende Kulturlandschaft. Ohne Sie alle wäre die Welt des Theaters arm.
Gitta Connemann, Mitglied des Deutschen Bundestages, Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Foto: privat

„Theatre combines artistic activity with human progress – physical and mental – and a shared world commitment realized within binding communities“
These values of Danish Amateur Theatre, anno 2030, insist that theatre is: An arena for artistic activity, in which people investigate and unfold their inherent creative possibilities and hereby find and form themselves and each other by means of art.
An arena for the liberation of physical and mental potentials during all phases of life: „Being human = Being creative = Being alive your whole life“.
An arena for human expression and for the unfolding of the human nature (itself) – regardless of age, sex and ethnicity.
An arena for shared artistic, social and human commitment in our reality, wherever we are – locally, regionally and globally.
Peter Rafn Dahm, Theaterberater Dänischer Amateurtheaterverband DATS

Foto: privat

Theater als eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit ist unteilbar. Überall auf der Welt beschäftigen sich Menschen mit Theater, weil es ihnen ein Grundbedürfnis ist, mit anderen Menschen in den öffentlichen Dialog zu treten, Facetten und Abgründe des sozialen Miteinander spielerisch auszuprobieren. Nur wenige werden dafür angemessen bezahlt oder können diese Leidenschaft zum Beruf machen. Theater nur aus Leidenschaft machen zu dürfen, ist auch ein Privileg. Der BDAT und der Weltverband der Amateurtheater blicken auf eine lange und erfolgreiche Geschichte zurück, die in Deutschland bis in die Anfänge der Arbeiterbewegung reicht. Und nicht zufällig sind diese Verbände auch die zahlenmäßig stärksten Organisationen des Theaters. Wir gratulieren dem Bund der Deutscher Amateurtheater ganz herzlich zum 125. Jubiläum!
Thomas Engel, Direktor ITI – Deutschland, Deutsches Zentrum des Internationalen Theaterinstituts

Der BDAT wird 125 – vor so viel Historie kann sich der Bundesverband Theaterpädagogik (BuT) mit seinen gerade einmal 27 Jahren nur respektvoll verneigen.
Das Verhältnis mag – auf beiden Seiten – anfangs nicht immer frei von Animositäten gewesen sein. Doch inzwischen hat sich ein Verhältnis wechselseitiger Wertschätzung und sympathischer Kollegialität hergestellt, und das ist gut so. Es bewährt sich in vielfältigen Kooperationen, der „Ständigen Konferenz Kinder spielen Theater“, im Europäischen Theaterhaus, beim „Tag der Theaterpädagogik“, in der Jury von „Theatertage am See“. Gerade in der praktischen Zusammenarbeit zeigt sich: Es gibt viele Gemeinsamkeiten, in der Sicht auf Theater, in den ästhetischen und kulturpolitischen Zielsetzungen u.v.m. Weiter so! Als „kleiner Bruder“ gratulieren wir herzlich!
Raimund Finke, Geschäftsführer BuT

Foto: Ralf Bauer

Amateurtheater ist wertvolles kulturelles Engagement für sich und andere. Auch ältere Menschen spielen hier eine wichtige Rolle: Im Seniorentheater suchen sie nach Herausforderungen für Sinn, Herz und Verstand und erkunden gemeinsam mit Gleichgesinnten neues Terrain. Diese Spielwut im Herbst des Lebens findet im BDAT einen engagierten Fürsprecher. Seit vielen Jahren macht er sich erfolgreich dafür stark, dass das Seniorentheater noch stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit tritt als ein lebendiger und bereichernder Teil der Theaterlandschaft in Deutschland. „Theatergold – Forum für Theater im Alter in NRW“ gratuliert sehr herzlich zu 125 Jahren Theater ist Leben im BDAT!
Almuth Fricke, Leiterin Theatergold – Forum für Theater im Alter in NRW im Kompetenzzentrum für Kulturelle Bildung im Alter und Inklusion, Remscheid

Völlig unverdient stehen wichtige ehrenamtlich organisierte Kulturvermittler häufig im Schatten der großen öffentlichen Aufmerksamkeit, weil deren praktische Arbeit eher „kleinteilig“ und vor Ort stattfindet.
Der BDAT ist ein Verband von regionalen Verbänden, die wiederum Tausende von ehrenamtlich Engagierten vertreten – und das schon über Generationen, die immer wieder nachwachsen. Sie „tradieren“ Kultur aus individuellem Antrieb, mit Lust und Freude: für sich selbst und immer auch für andere. Spielend und vorspielend vermitteln sie Werte, Sprache, Verhalten und dies noch nicht einmal (oder nur sehr begrenzt) mit ausdrücklich pädagogischer Mission, sondern aus Lust am Spiel, genauer: am Zusammenspiel. Damit sind sie auch ein wichtiger und wesentlicher Faktor gesellschaftlicher Integration sein.
Es freut uns nicht nur als Bundesnetzwerk des freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements, sondern auch ganz besonders als Anhänger der Idee, dass gesellschaftliche Integration sehr wesentlich eine Aufgabe der Zivilgesellschaft ist, dass der BDAT zum Beispiel mit dem Festival „Wurzelwerk“ die zumal in diesen Zeiten so drängende Aufgabe, den „Dialog zwischen den verschiedenen kulturellen Wurzeln des Volkstheaters mit allen in Deutschland lebenden Bevölkerungsgruppen herzustellen“, angenommen hat!
Wir gratulieren herzlich zum Jubiläum und wünschen viel Erfolg und Applaus für die kommenden Zeiten.
Dr. Henning Fülle / PD Dr. Ansgar Klein
Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)

Foto: L. Bergmann

Zu seinem 125-jährigen Bestehen gratuliere ich dem Bund Deutscher Amateurtheater sehr herzlich. Die außergewöhnlich vielfältige deutsche Theaterlandschaft wird ganz wesentlich von engagierten Theaterensembles getragen, deren Mitglieder sich in ihrer Freizeit für das Schauspiel begeistern. Der BDAT gibt diesen Ensembles eine Heimstätte, die sie begleitet und fördert.
Das Auswärtige Amt unterstützt die internationalen Kooperationen des BDAT seit vielen Jahren. Das Zusammenwirken und der Austausch deutscher Amateurensembles mit Ensembles anderer Länder ist eine Bereicherung, nicht nur für die Mitwirkenden, sondern für unser kulturelles Leben insgesamt. Ebenso wie der Blick über den Tellerrand ist auch der Blick über den Bühnenrand notwendig – dies gilt für das Auswärtige Amt ebenso wie für den BDAT.
Schließen möchte ich daher mit dem Zitat von Bertholt Brecht: „Das Theater darf nicht danach beurteilt werden, ob es die Gewohnheiten seines Publikums befriedigt, sondern danach, ob es sie zu ändern vermag.“ Ich wünsche dem BDAT für seine Zukunft alles Gute.
Sigmar Gabriel, Bundesminister des Auswärtigen

Foto: privat

Was zählt, ist das, was bleibt!
Kurz nach dem zweiten Weltkrieg hat Bertolt Brecht geschrieben: „Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns. Vor uns liegen die Mühen der Ebenen.“ Er hatte damals ein gewisses Alter und wusste, dass jede Zeit ihre Herausforderungen mit sich bringt und immer wieder neue Probleme auf die Tagesordnung treten werden. In unserer heutigen international vernetzten Zeit scheint es jedoch, dass sich die Mühen der Ebenen mit denen der Gebirge vermischen, so dass jeder an allem Anteil haben muss. Immer schwieriger wird es, sich nebenbei mit Freude einem Hobby, wie dem Amateurtheater zu widmen. Deshalb wird es uns in diesem Jahr besonders deutlich: Was zählt, ist das, was bleibt. Bei einer Geschichte von 125 Jahren wissen wir genau, was helfen kann, die Zeiten zu überdauern und was sich die Menschen auch in noch so hohen Gebirgen nicht verderben lassen. Wir wussten schon immer: Amateurtheater ist aus dem Stoff gemacht, der den Menschen gibt, was sie in guten, aber besonders auch in schlechten Zeiten aufrecht hält.
Deshalb lasst ihn uns gebührend feiern, unseren Jubilar!
Jörg Ganzer, Sprecher des Arbeitskreises Kinder- und Jugendtheater im BDAT

Foto: privat

I know of a few groups that were founded before the end of the 19th century, but not a single theatre association that for 125 years has been at the service of the arts, of theatre, of amateur theatre in Germany and in the world.  It is a real honour for AITA/IATA to witness this anniversary.
During the past 125 years Germany has been at the edge of world history.  This is the moment to look back on the achievements of the past decades.  But above all, let us look forward.  We know BDAT as a creative organisation that challenges and addresses contemporary and important social issues.  BDAT has shown us the way.  Through its stage work, BDAT will, without any doubt, continue to refer to the essential problems of our time.  For that, the organisation and its leading inspirators, deserve our respect and admiration.
In the AITA/IATA network, we find thousands of stages on the six continents.  Millions of theatre amateurs tell us their stories that give man his dignity…  With our world organisation for amateur theatre focusing on enlarging the existing platform, there is a clear role to play for organisations like BDAT.  We have a common objective, which is to welcome the unexplored areas and cultures of the globe into our theatre family.
I’m looking forward to working with BDAT during the remaining time of my presidency and beyond. I’m sending a heartfelt “thank you” to the many volunteers who make this organisation one of the finest on the globe.
Thank you so much and Happy Anniversary !
Rob Van Genechten – President of AITA/IATA asbl

Wir, der Verband Hessischer Amateurtheater e.V., möchten im 66. Jahr unseres Bestehens und anlässlich des 125-jährigen Bestehens unseres Dachverbandes BDAT einmal mehr auf die große Bedeutung des Ehrenamtes hinweisen. Woran denken wir, wenn wir vom „Ehrenamt“ reden? – Wir denken an die Menschen, die sich sozial engagieren, Hospizdienste übernehmen; an Sportvereine, weil Sport sehr wichtig ist für die Entwicklung unserer Jugend. Aber „Theater“? Denken wir an die, die Theater machen? An die vielen Menschen, die engagiert daran arbeiten, anderen ein paar schöne oder nachdenkliche Stunden zu bereiten? An die Menschen, die wertvolle Kinder- und Jugendarbeit machen? Theaterarbeit vermittelt in hohem Maße Sozial-, Sprachkompetenz. Wir leisten wertvolle pädagogische Arbeit. Wir vermitteln Teamgeist. Wir tun dies ehrenamtlich und mit großer Freude – aber auch mit großem zeitlichen und privatem finanziellen Einsatz. Wir wünschen uns, dass dieses Engagement gewürdigt wird! Bitte denken Sie in Zukunft auch „Theater“ wenn Sie „Unterstützung des Ehrenamtes“ denken!
Verband Hessischer Amateurtheater e.V.

Foto: DMC

Theater erreicht Menschen mit allen Sinnen. Amateurtheater bilden ein großes Netzwerk bürgerschaftlichen Engagements, das in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens hineinwirkt. Engagierte Menschen prägen damit den Erhalt und die Förderung der Kulturellen Vielfalt sowie deren nachhaltige Verwurzelung in der Mitte unserer Gesellschaft.
Der Bund Deutscher Amateurtheater leistet als Dachverband von heute 18 Mitgliedsverbänden und rund 2.400 angeschlossenen Theaterbühnen einen wesentlichen Beitrag, dieses ehrenamtliche Engagement zu fördern und das Amateurtheater national und international zu vernetzen. Das generationsübergreife Modell des Theaterspiels, das von seinen Mitgliedsverbänden gepflegt wird, begreift die Herausforderungen des demografischen Wandels als Chance und bildet eine wichtige gesellschaftspolitische Handlungsgrundlage. Aktive Schauspielerinnen und Schauspieler, gleich welchen Alters und welcher kulturellen Herkunft, bilden einen wesentlichen Teil unserer kulturellen Vielfalt ab.
Ich gratuliere dem Bund Deutscher Amateurtheater zu seinem 125-jährigen Jubiläum und wünsche ihm für seine weitere Arbeit weiterhin viel Erfolg sowie viele inspirierende Augenblicke.
Prof. Christian Höppner,  Generalsekretär des Deutschen Musikrates

Kinder haben Rechte. Diese sind in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben. Das Deutsche Kinderhilfswerk setzt sich in seiner täglichen Arbeit dafür ein, dass diese Rechte in Deutschland auch umgesetzt werden, und dabei sind wir besonders froh, im Bund Deutscher Amateurtheater einen Verbündeten zu wissen. Denn: Einer der Artikel der Konvention liest sich, als wäre vom BDAT geschrieben. Es ist Artikel 31, der das Recht der Kinder auf Ruhe und Freizeit, auf Spiel, Erholung und Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben festschreibt. Das Amateurtheater vermag all diese Punkte zu vereinen. 2017 feiern die Kinderrechte in Deutschland ihr 25-jähriges Jubiläum. Der BDAT sein 125-jähriges. Und wir vom Deutschen Kinderhilfswerk, wir feiern einfach mit, denn alles, was Kinder dabei unterstützt, ihre Kreativität und Individualität, ihr Engagement und ihre Freigeist zu entdecken und zu nutzen, muss gefeiert werden.
Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer
Deutsches Kinderhilfswerk

In Zeiten, in denen Themen wie Solidarität, Inter- und Transkulturalität, kulturelle Bildung und bürgerschaftliches Engagement global diskutiert und gefordert werden, benötigen wir starke Netzwerke und Plattformen, um die Sichtbarkeit eben dieser Zivilgesellschaft zu garantieren. Theater, insbesondere das Amateurtheater, bietet zweifelsfrei mehr als nur das Präsentieren auf einer Bühne: Es bietet Raum für die zeitnahe Auseinandersetzung mannigfaltiger Thesen und Positionen innerhalb der Gesellschaft. Es ist eine kultur- und sozialpolitische Entscheidung, ob man die nachhaltige, dauerhafte Partizipation von Menschen an aktiver Kunst- und Kulturgestaltung ermöglichen möchte. Dann sollte man ihnen auch gleichzeitig die Möglichkeit zu Weiterbildung, zum Austausch und zur Entwicklung geben. Dadurch lassen sich Toleranzverständnis und demokratische Grundwerte lebendig gestalten.
Naemi Zoe Keuler, Präsidentin, Geschäftsführerin des Landesverbandes Amateurtheater Baden-Württemberg e.V. (LABW)

125 Jahre BDAT – das sind 125 Jahre Kultur gestaltet von allen Generationen in jeder gesellschaftspolitischen Lage unseres Landes und in allen Regionen der Republik. Dramen haben sich abgespielt, Groteskes wurde zu Tage gefördert, Straßen wurden durch Theater belebt und unzählig viele Menschen durch Freude und Trauer begleitet. Zudem ist das Theater seinen sozialen und gesellschaftlichen Aufgaben gerecht geworden und hat Menschen jeden Alters, jeder Herkunft, jeder Gesinnung, jeden Dialekts in allen Lebenslagen zueinander gebracht. Theater ist Gemeinschaft – Gemeinschaft schafft Theater.
Dr. Marcus Klein & Stefan Rehse,
Präsident /1. Vizepräsident des Landesverbandes der Amateurtheater Schleswig-Holstein e.V.

Foto: Kellermann

Glückwunsch zu 125 Jahren organisiertem Amateurtheater! Weitermachen – mindestens bis sich die Jahreszahl 125 dreht zum 521. Jahrestag!
Von Schulkindesbeinen an bin ich ein Freund des Amateurtheaters und das kam so: Mein Vater war Malermeister. Kunden fragten ihn, ob er eine große Stoffbahn „bemalen“ könne – als Hintergrund für eine Amateurtheateraufführung. Mein Vater sagte zu; denn auf seiner Wanderschaft als Malergehilfe hatte er in Binz auf Rügen im dortigen Kurhaus Bühnenmaler beobachten können und deren Kunst bewundert. Nun hatte er die Chance! Mein Vater schicke mich in die nahe Heidelandschaft, damit ich ein Sträußchen der Original-Heide mitbrächte; denn er wollte den genauen Farbton treffen. Die große Textilbahn hing an der Außenwand unserer Autogarage – und in Richtung der Sonnenbestrahlung, um Bühnenbeleuchtung zu simulieren. Die ‚Kulissen‘-Malerei wurde vom Laienspiel-Leiter mit Dank akzeptiert (mein Vater verlangte kein Entgelt) und das mittlerweile getrocknete Werk wurde vorsichtig eingerollt – jedoch hinterließ es eine „abstrakte“ Heidelandschaft auf unserer hell verputzten Garagenaußenwand! Dieses durchgefärbte Bild blieb lange erhalten – so dass unsere Familie mehrere Jahre täglich von der Kunst des Amateurtheaters begleitet wurde.
Bin ich deshalb Theaterpädagoge geworden? Nicht nur deshalb, sondern auch, weil Amateurtheater Teil meines und unseres kulturellen Gedächtnisses und unserer kulturellen Praxis ist!
Dr. Gerd Koch, Professor für Theorie und Praxis der Sozialen Kulturarbeit, Mitglied im BAK „Geschichte, Kultur und Bildung“ des BDAT und im Vorstand der BAG Spiel und Theater e.V.

Das 125-jährige Bestehen Bund Deutscher Amateurtheater e.V. bedeutet 125 Jahre Kulturarbeit an der Basis in unserem Land. Wenn immer wir heute auf eine blühende Theaterlandschaft in Deutschland blicken, ist das auch oder gerade das Verdienst der unzähligen Amateurtheatergruppen mit bewundernswertem breiten Programmspektrum, das seinesgleichen sucht. Der Bund Deutscher Amateurtheater e.V. war und ist stets Impulsgeber und Partner auch der Bühnenverlage.
Per H. Lauke, Verleger der Verlagsgruppe AHN & SIMROCK Bühnen- und Musikverlag, PER H. LAUKE VERLAG, TM Theaterverlag München, Hamburg

Foto: Paul Silberberg

Wie Theater mein Leben veränderte – oder wie zufällig ein Festival, wie die Theatertage am See, entstand: Ich war noch ein ziemlich junger Lehrer an der Bodensee-Schule in Friedrichshafen, als im Herbst 1980 meine Schüler von sich aus eine Theater AG gründeten. Für mich war schnell klar, ich unterstütze die theaterbegeisterten Schüler so gut ich kann. Die erste Aufführung übertraf alle Erwartungen, die ganze Schule spürte, dass Theater ein starkes Mittel für vielschichtige Bildungsprozesse ist. Theater wurde zum festen Bestandteil im Gesamtkonzept. Ein regionales Theatertreffen entstand 1984, daraus wurden die Theatertage am See. Ein 1992 gegründete Trägerverein beherbergt heute unter seinem Dach eine theaterpädagogische Ausbildung, eine Zirkusakademie, die Improtheatergruppe UTOBIA und das Theater Oberschwaben-Bodensee (TOB), das mit dem amarena Preis ausgezeichnet wurde. Die Theatertage am See gehören zu den größten Festivals im europäischen Amateurtheater. Ohne den BDAT gäbe es auch unsere Erfolgsgeschichte nicht. Wir gratulieren!
Jürgen Mack, Festivalleiter Theatertage am See

Foto: Reinhard Winkler

Wozu spielt der Mensch? Um sich und andere zu unterhalten, oder? Am besten unterhalten wir uns, wenn wir spielerisch Grenzen überschreiten, persönliche Grenzen oder die Grenzen unserer Vorstellungskraft. Im bahnbrechenden Gedanken, in der kritischen Auseinandersetzung, im befreienden Lachen liegen Sinn und Zweck unserer aufklärerischen, demokratischen Spielkultur. Wo sie in der Vergangenheit unterbrochen war, taten sich jeweils Abgründe auf, Schrecken und Zerstörung. Wo gegenwärtig Grenzen ziehende, nationalistische Stammtischpolitik nach der Macht greift oder sie gar innehat, sind die kreativen Kräfte – auch der Theater-Amateure – umso mehr gefordert. Das freie Wort schien in den letzten Jahrzehnten weltweit unaufhaltsam. Momentan scheint es bedroht wie lange nicht. Lassen wir uns das Privileg, „alternative Fakten“ als Spielmaterial für die Imagination und Ausgestaltung einer freien Welt zu benutzen, nicht zynisch aus der Hand nehmen! In diesem Sinn: Gratulation zum Jubiläum des BDAT!
Rainer Mennicken, Dramaturg, Autor, Regisseur und Theaterintendant am Linzer Landestheater a. D.

Foto: BAGSO

Menschen können ein Stück Leben erfinden, Menschsein spielen. Mit Anfang und Ende und allem dazwischen – Theater.
Kein anderes Lebewesen kann das so: Aus sich hinaus beobachtend auf „künstliches“ Leben blicken. Wissend, dass es Spiel ist, aber voller Ernst. Wir hoffen und wir zweifeln, wir lachen und wir weinen mit. Alle Menschen sind Schauspieler, einen Profi- oder Amateur-Beruf machen aber nur wenige daraus. Die anderen, die meisten, bleiben Zu-Schau-Spieler, Beteiligte und oft Betroffene auf dem Hochsitz. Meistens gibt’s Beifall, manchmal Buh-Rufe. Langeweile ist das Schlimmste. Denn das Leben ist spannend. Auch, weil es Theater gibt. Mein jüngstes Stück: Die wilde Rita. Im Mondpalast in Wanne-Eickel. Daumen hoch.
Herzlichen Glückwunsch BDAT!
Franz Müntefering, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO)

Foto: Oliver Helbig

Vom reisenden Puppentheater über historische Schauspielgruppen bis hin zur Freilichtbühne vor landschaftlicher Kulisse: Mit über 2.400 Mitgliedsbühnen vereint der Bund Deutscher Amateurtheater e.V. eine unglaubliche, vom bürgerschaftlichen Engagement getragene Vielfalt. War und ist der Föderalismus eine große Bereicherung für den Kulturraum Deutschland, verkörpert dies kaum etwas so deutlich wie die Kunst und Kultur der 16 Länder mit ihrer hohen Dichte an Theatern. Als verlässlicher Partner, Ratgeber und Interessenvertreter setzt sich der Verband nun schon seit 125 Jahren für die Pflege, Qualifizierung und Unterstützung des Amateurtheaters ein. Zu seinem verdienstvollen Jubiläum wünsche ich ihm und seinem Präsidenten, Herrn Simon Isser, im Namen der Kulturstiftung der Länder alles Gute!
Isabel Pfeiffer-Poensgen, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder

„Theater ist Leben“ lautet ein zentraler Slogan unseres Verbandes – aber es ist auch mein ganz persönliches Lebensmotto, weil mich das Theater in all seinen Facetten und Wirkungen ein Leben lang begleitet hat. Als ich fünf Jahre alt war, gab es für uns kleine Schauspieler im Weihnachtsstück des Kindergartens zur Belohnung eine große Schüssel Schokoladenpudding. Heute erfreue ich mich an den Aufführungen des amarena Festivals, an Jugendtheaterprojekten oder dem Kulturerbestatus für unsere Mundartbühnen. Dazwischen liegen reichhaltige Erfahrungen, Entdeckungen und ein ständiges Gefühl von Spannung und Lebenslust!
Im Amateurtheater treffen künstlerische Arbeit, kreatives Schaffen und soziales Engagement in nahezu idealer Weise zusammen. Im Dialog mit dem Publikum bezieht das Theater Stellung zu wichtigen Fragen und Problemen in unserer Gesellschaft. „Theater ist Leben“ benennt daher nicht nur das persönliche Interesse oder Bedürfnis des Einzelnen, sondern kennzeichnet sich als eine nahezu ideale Form des gesamtgesellschaftlichen Dialogs und Erlebens. Es lebe das Theater weitere 125 Jahre!
Norbert Radermacher, Ehrenpräsident des BDAT

Foto: MaximilianTeucher

Ich gratuliere dem BDAT zu seinem 125-jährigen Jubiläum und danke ihm besonders für das Sichtbarmachen des Amateurtheaterschaffens! Erforschen, Sichtbarmachen und Fördern müssen perspektivisch Hauptaufgaben aller Amateurtheaterverbände bleiben.
Alle Akteure haben eine gesellschaftliche Verantwortung gerade angesichts erstarkendem Rechtspopulismus und der Verbreitung von Lügen. Wir müssen Diskurse anstoßen und diese mittels verschiedenster Theaterformen unter das Volk bringen, dürfen nicht mit unseren Stücken im eigenen Saft schmoren. Durch wissenschaftliche Kooperationen soll die Position des Amateurtheaters gestärkt, auf politischer und gesellschaftlicher Ebene ins Bewusstsein gehoben sowie die Notwendigkeit von Amateurtheater in der gesamtdeutschen Kulturlandschaft verankert werden.
Sophie Renz, Vorsitzende des Landesverbandes Amateurtheater Sachsen, Vorstand Landesbüro Darstellende Künste Sachsen

Foto: Archiv STV

„Theater: der wundervolle Irrwitz, die Sucht, der tägliche Energieräuber und –spender. Und Amateurtheater? Die Steigerung all dessen, weil Broterwerb als Begründung wegfällt und damit die praktische und rationale Rechtfertigung.“
Damit Menschen diesen wundervollen Irrwitz, diese Sucht uneingeschränkt ausleben können, bedarf es eines adäquaten, hellwachen und verständnisvollen Managements. Der BDAT hat seit nunmehr 125 Jahren für diese Menschen die Unebenheiten des Theaterlebens plattgewalzt, sie durch die Klippen der Bürokratie gelotst und ihnen dabei immer eine klare Botschaft mitgegeben: nämlich das unerschöpfliche Repertoire des darstellenden Spiels als Spektakulum der großen Emotionen zu genießen, die Unterhaltung des Publikums als kostbares Geschenk zu betrachten, das verbindende Element des Theaters in den Vordergrund zu stellen und ihm mit Leidenschaft und mit der gebotenen Demut zu begegnen.
Der BDAT also immer am Puls der Zeit, immer über den eigenen Tellerrand hinausschauend, seine Schutzbefohlenen immer auf die Fährte der Neugier lockend und so das Genussmittel Theater in Überdosis unter die Menschen bringend. Ein probates Mittel, gegen die Oberflächlichkeit des gesellschaftlichen Umgangs anzukämpfen und die Schnelllebigkeit unserer Zeit zumindest ansatzweise einzubremsen.
Wir vom Südtiroler Theaterverband verneigen uns vor diesen Verdiensten, gratulieren zum stolzen Jubiläum und wünschen uns Südtiroler Theaterleuten, dass wir uns auch künftig am großen Bruder BDAT anlehnen können.
Klaus Runer, Präsident Südtiroler Theaterverband

Amateurtheater hat einen Unterhaltungswert, einen Freizeitwert, einen sozialen Wert, aber es hat auch einen künstlerischen und vor allem kulturellen Wert, weil es die Selbstverständigung in einer Gemeinschaft aufwertet. Und das Amateurtheater kann durchaus auch unter gesellschaftspolitischen Gesichtspunkten einen Wert haben. Das hat damit etwas zu tun, wie wir uns verständigen, wie wir zusammen leben wollen. Da sind der Schenkelklopfer und der Schwank, die populären Formate, nicht auszuschließen, aber es ist doch immer wieder zu hinterfragen: Ist das alles, was Amateurtheater kann? Und es wäre auch darauf aufmerksam zu machen, dass das Amateurtheater  – weil es nahe dran ist am Menschen – durchaus zu definieren weiß, was lokale kulturelle Identität ist und was in einer globalisierten und digitalisierten Welt sinnvolles menschliches Kommunizieren sein kann. Hier ist das Amateurtheater gefordert, auch über eine Weiterentwicklung nachzudenken und nicht nur das Repertoire von gestern zu spielen, was unter anderen gesellschaftlichen Umständen entstanden ist.
Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Stiftung Universität Hildesheim

Le BDAT fête ses 125 ans … la Fédération française de Théâtre amateur (FNCTA) est un peu plus jeune puisqu’elle n’est âgée que de 110 ans!
Je trouve assez réjouissant de constater que nos deux fédérations de théâtre ont vues le jour dans nos pays respectifs il y a plus d’un siècle. Se dire qu’à cette époque déjà, il y avait des amoureux de théâtre assez fous pour imaginer que leur pays avait besoin d’une fédération de théâtre amateur et que ces fédérations auraient un véritable rôle à jouer dans la vie culturelle et sociale allemande et française.
Entre cette époque et aujourd’hui, nos deux pays ont vécu une histoire amère et difficile … mais quand je vois sur scène,  en spectacle, ensemble, les jeunes allemands et les jeunes français du Stage InterKultour, je me dis que nos Fédérations peuvent être fières du chemin qu’elles ont parcouru.
Patrick Schoenstein, Président de la Fncta, Chevalier de l’ordre national du Mérite.

Foto: Bundesregierung / Denzel

Die künstlerische Darbietung auf den Brettern, die die Welt bedeuten, vermittelt die Fülle des Lebens und die Vielfalt der Welt. Alles, was Menschen bewegt, die Freude am Miteinander, das Alltagsleben, die Kritik an gesellschaftlichen Missständen, die Träume und Fantasien – all das lässt sich in einer Theaterinszenierung ausdrücken und zuspitzen.
Amateurtheater in Deutschland bringen Dank großen ehrenamtlichen Engagements diesseits der großen Bühnen viele tausend Menschen zusammen: Jung und Alt, verschiedene Kulturen, Menschen mit und ohne Behinderung, auf der Bühne, vor der Bühne und nach dem Stück im Gespräch.
Die Darstellerinnen und Darsteller zeigen im Theaterspiel ihre Gefühle, ihre Freude am Spiel und ihr Können. Das Publikum wird eine Weile aus dem Alltag mitgenommen in die bunte Welt des Theaters. Es genießt die Darbietung, es nimmt Impulse auf und spendet Applaus.
Ich wünsche dem BDAT als Initiator, Förderer und Interessenvertreter der Darstellenden Künste, dass er nach 125 Jahren diese Vielfalt weiter erfolgreich fördert und gestaltet.
Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Foto: Bundesregierung / Steffen Kugler

Aus meiner Zeit als Kultusministerin in Brandenburg und Niedersachsen bin ich den Amateurtheatern eng verbunden. Sie spielen auf hohem Niveau mit großem bürgerschaftlichen Engagement. Amateurtheater sind aus unserer Kulturlandschaft nicht wegzudenken.
Mit unserem Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ möchte das Bundesbildungsministerium auch Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Elternhäusern an kulturelle Bildung wie Musik und Theater heranführen. Erfolgreich an dem Programm beteiligt ist auch der Bund Deutscher Amateurtheater gemäß seiner Philosophie: „Theater für alle“. Zu seinem 125-jährigen Geburtstag gratuliere ich herzlich!
Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung

Foto: privat

125 Jahre BDAT aber keineswegs alt! Seit 1892 immer auf dem Weg! Denn das Amateurtheater muss sich ständig hinterfragen, erneuern, sich der Zeit anpassen und die Gesellschaft spiegeln. Die älteren Stücke neu interpretieren. Sie sollen berühren, aufrütteln und informieren. Sie sollen unterhalten und fürs Publikum zugänglich, verständlich sein. Humoristisch, satirisch, tiefsinnig oder zeitkritisch. So verändert sich das Theater ständig, passt sich an und bleibt dadurch jung und lebendig. Wird also keineswegs alt! In diesem Sinne wünsche ich dem BDAT immer auf diesem klaren Weg zu bleiben und ohne Probleme auch die nächsten 125 Jahre gut und jung zu überstehen. Herzliche Gratulation!
Ruedi Widtmann, Zentralpräsident ZSV (Zentralverband Schweizer Volkstheater)

Foto: privat

Mit 14 beschloss ich Schauspieler zu werden. Herrlich! Beim Wehlheider Hoftheater in Kassel bekam ich eine Rolle in einem Weihnachtsmärchen. Die Proben verliefen voll Eifer, der Text saß und das Kostüm ebenso. Noch eine Woche bis zur Premiere. Wir karrten die Kulissen auf die Bühne, Scheinwerfer nebst Moltonbahnen wurden in schwindelnder Höhe befestigt, die Szenen eingeleuchtet.
Dann wurde es ernst: Generalprobe. Der Regisseur rief unbarmherzig „Ruhe!“ und die Ouvertüre donnerte über die noch 500 leeren Plätze.
Dunkelheit. Ich stand auf Position. Das Schlagen meines Herzens war gewillt die Brust zu sprengen, das Blut schoss in den Kopf, die Schläfen pochten. Schauspieler, was für eine Schnapsidee! Ein fataler Irrtum! Ich geh‘! Oh, zu spät! Der Vorhang öffnet sich, das grelle Licht blendet, zerfließend stehe ich da. Dann Stille. Der Text, um Himmelswillen der Text! Was spielen wir überhaupt?
Am Premierenabend schloss der Vorhang unter dem tosenden Beifall des Publikums.
Das war vor 38 Jahren und noch immer stehe ich auf der Bühne. Also nicht „noch“, sondern immer wieder.
In meiner Rolle als Verleger kenne ich die großen und kleinen Probleme der Amateurbühnen – wir wissen genau, wo manchmal der Schuh drückt und wie wir uns als Verlag helfend einbringen können. Ohne die unbändige Leidenschaft der Mitglieder der Amateurbühnen würde in der hiesigen Theaterwelt ein großes Flair fehlen, das uns diese kleinen, aber so großartigen Bühnen tagein, tagaus schenken.
Prof. Dipl. Bernd Ziller, Schauspieler/Verlagsleiter razzopenuto

Foto: Tim Flavor

Amateurtheater – offen für alle
Amateurtheater sind niedrigschwellige Kulturangebote, die Menschen ganz unterschiedlicher gesellschaftlicher Schichten, kultureller Hintergründe und Generationen begeistern. Sie sind offen für jedermann, der auf oder hinter der Bühne ehrenamtlich engagiert ist und sich mit traditionellen aber auch mit neuen Stücken auseinandersetzen will. Damit sind Amateurtheater im besten Sinne in der Mitte der Gesellschaft verankert. Der Bund Deutscher Amateurtheater vermag es, die heterogene Amateurtheaterlandschaft zusammen zu bringen, zu vernetzen und wirkungsvoll nach außen zu vertreten. Weiter so!
Olaf Zimmermann ist Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates