Erzählcafé

Wo: Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin

Wann: 16. September 2017, 10:00 bis 13:00 Uhr
Eintritt frei

Zur Geschichte des Amateurtheaters
Ein Zeitzeugengespräch

Wie hat sich die künstlerische Arbeit in den letzten Jahrzenten im Amateurtheater entwickelt, welche Schwerpunkte hatte das internationale Engagement und welche Bedeutung hat ein Engagement auf Verbandsebene? Aus ihrer persönlichen Perspektive werden Franz-Josef Witting (Paderborn) und Rudolf Rölleke (Düsseldorf) Einblicke in ihre Sichtweise auf das Amateurtheater und ihre praktische Arbeit gewähren.

Franz-Josef Witting schloss sich bereits 1962 der Heimatbühne Paderborn an und gründete hier 1974 das „Theater der Jugend“. Er war zudem langjähriger Vorsitzender des Amateurtheaterverbandes Nordrhein-Westfalen und Vizepräsident im Bund Deutscher Amateurtheater. Auf Bundesebene setzte er sich besonders für die Entwicklung des Fortbildungsprogrammes ein und prägte die internationale Arbeit, u. a. als Gründer und Festivalleiter der Theatertage Europäischer Kulturen, die seit 1984 alle zwei Jahre in Paderborn stattfinden.

Auch Rudolf Rölleke blickt auf ein jahrzehntelanges Engagement für das Amateurtheater zurück. Bereits mit sechs Jahren stand er auf der Bühne. 1955 wurde „Rudi“ Mitglied in der „Karawane“, der bis heute ältesten Amateurtheatergruppe in Düsseldorf. Vom Schauspieler wechselte er 1977 in die Rolle des Regisseurs und übernahm die Leitung der Gruppe. Deutsche und internationale Stücke, Collagen und Kabarett gehörten zum Repertoire der Bühne, die nun zum Ende des Jahres – nach 67 Jahren – ihre Theaterarbeit einstellt.

Moderiert wird das Zeitzeugengespräch von Andrea Hensel, wiss. Mitarbeiterin am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig. Sie arbeitet derzeit im BMBF-geförderten Forschungsprojekt „Fremde spielen. Amateurtheater als non-formales und informelles Medium transkultureller Bildung“ unter der Leitung von Prof. Dr. Günther Heeg. Das Projekt des Centre of Competence for Theatre der Universität Leipzig,  an dem auch der BDAT beteiligt ist und beforscht wird, ist im Januar dieses Jahres gestartet.

„Wir werden bei diesem Gespräch nicht nur die beiden Akteure zu Wort kommen lassen, sondern wir wollen auch mit dem Publikum und den Fachvertretern der bundesweiten Amateurtheaterszene einen lebendigen Austausch initiieren“, sagt Andrea Hensel.