125 Jahre Bund Deutscher Amateurtheater 2017!

Das feierten wir 125 Tage lang in ganz Deutschland, vom Auftakt am 12. Mai bis zur Abschlussveranstaltung am 14. September in Berlin: gemeinsam mit unseren Mitgliedsverbänden, den mehr als 2.400 Mitgliedsbühnen und einem tollen Publikum. Ob Theater auf dem Lande, in der Stadt, auf der Straße, der Bühne, im Fahrradladen, in Kneipen und Kirchen – es waren 125 vielseitige, lebendige Amateurtheatertage.

Zum Start unseres 125-jährigen Jubi­lä­ums lieferten wir zusammen mit rund 700 spielbegeisterten Akteuren ein bun­tes Ama­teur­thea­ter­spek­ta­kel vor gro­ßem Publi­kum in Berlin. Das Repertoire reichte von Max und Moritz über Shake­speares sämt­li­che Werke bishin zum Faust in der Tasche.

In ihrer Eröff­nungs­re­de  ver­wies Moni­ka Grüt­ters auf die gesell­schaft­li­che Bedeu­tung der Ama­teur­thea­ter, die gera­de in länd­li­chen Regio­nen die kul­tu­rel­le Grund­ver­sor­gung über­neh­men. Mit sei­ner bun­des­wei­ten Arbeit setze der Dach­ver­band wich­ti­ge kul­tu­rel­le und kul­tur­po­li­ti­sche Akzen­te, so mit dem deut­schen Ama­teur­thea­ter­preis „amarena“, der sowohl die künst­le­ri­sche Leis­tung als auch das ehren­amt­li­che Enga­ge­ment wür­digt. Bezug­neh­mend auf die stei­gen­de Ten­denz von Fake News in den sozia­len Medi­en und die kor­rek­ti­ve Kraft des Thea­ters beton­te die Staats­mi­nis­te­rin, dass künst­le­ri­sche Viel­falt wich­ti­ger sei als popu­lis­ti­sche Ein­falt.

Beim anschlie­ßen­den „Tag des Ama­teur­thea­ters“ am 13. Mai folg­ten Tau­sen­de von Besu­che­r*innen den Mär­chen, Komö­di­en, Tra­gö­di­en, Jahr­markt­sze­nen und Musical-Ausschnitten, die sich auf der Inter­na­tio­na­len Gar­ten­aus­stel­lung als bun­tes „Theater-Schaufenster“ unter frei­em Him­mel abspiel­ten.

Mit einer ebenfalls bun­ten Reise durch die wech­sel­vol­le 125-jährige Geschich­te des Bun­des Deut­scher Ama­teur­thea­ter (BDAT) fand die Jubi­lä­ums­zeit des Dach­ver­ban­des nach 125 Tagen am 14. Sep­tem­ber 2017 bei einer fest­li­chen Gala schließlich sei­nen Abschluss.  Gäste aus dem In- und Aus­land waren der Ein­la­dung in die Aka­de­mie der Küns­te im Ber­li­ner Han­sa­vier­tel gefolgt. Zum Ein­stieg wurde die neue Publi­ka­ti­on zur „Geschich­te des BDAT und sei­ner Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen“ vor­ge­stellt, her­aus­ge­ge­ben vom BDAT und sei­nem Bun­des­ar­beits­kreis „Geschich­te, Kul­tur und Bil­dung“.

Diese bie­tet einen ers­ten Über­bli­ck über die His­to­rie des Bun­des­ver­ban­des und die Ent­wick­lung sei­ner Mit­glieds­ver­bän­de auf Landes- und Bun­des­ebe­ne. Sie ver­deut­licht Gemein­sam­kei­ten, zeigt aber auch regio­na­le Unter­schie­de auf. Mit der Publi­ka­ti­on möch­te der Ver­band für die geschicht­li­che Erfor­schung des Ama­teur­thea­ters eine öffent­li­che Platt­form bie­ten.

BDAT-Präsident Simon Isser stell­te im Rah­men der Abschluss­ga­la vor dem Hin­ter­grund der Ver­bands­ge­schich­te die Viel­falt  und Leben­dig­keit des Ama­teur­thea­ters her­aus und ver­wies auf das große ehren­amt­li­che Enga­ge­ment.

Das Ama­teur­thea­ter hat in sei­ner Ent­wick­lung aller­dings nicht nur glän­zen­de, son­dern auch dunkle Sei­ten zu ver­abei­ten, das wurde sowohl bei der Buch­vor­stel­lung als auch bei der thea­tra­len Reise durch die Geschich­te des Ver­ban­des deut­li­ch. Vom Ama­teur­thea­ter im Kai­ser­reich über die Kul­tur­re­vo­lu­ti­on der 20er Jahre, die Zeit im Natio­nal­so­zia­lis­mus oder im geteil­ten Deutsch­land bis zur heu­ti­gen viel­fäl­ti­gen Thea­ter­sze­ne reich­ten die Impres­sio­nen, dar­ge­stellt von zahl­rei­chen Akteu­ren und Per­so­nen des Zeit­ge­sche­hens.

Gespie­gelt wur­den die Ent­wick­lungs­schrit­te in his­to­ri­schen und aktu­el­len Film­se­quen­zen, mit thea­tra­len und musi­ka­li­schen Bei­trä­gen, im dia­lo­gi­schem „Box­kampf“ oder auch in Bühnen-Interviews.

In sei­ner Fest­re­de sprach Prof. Dr. Gerd Koch zum Thema: „Ama­teur­thea­ter – eine bil­den­de Kunst“. Dabei beton­te er, dass Thea­ter weit mehr als eine bil­den­de Kunst oder krea­ti­ve Kraft sei: „Ama­teur­thea­ter bil­det zugleich – pro­fes­sio­nell und inter­dis­zi­pli­när – ver­schie­de­ne Küns­te aus, auch sol­che des Zusam­men­le­bens!“

In diesem Sinne bedanken wir uns bei allen Teilnehmer*innen und Besucher*innen für diese schönen 125 Tage!

Ihr BDAT-Team